Achtung Polit-Pyromanen

10. August, 2017

Man hat Leopold Szondi, dem Schöpfer der Schicksalsanalyse, vorgeworfen, er betreibe apokalyptische Schwarzmalerei, als er sein Buch “Kain, Gestalten des Bösen” 1968 veröffentlichte. Nun, als Jude, mitsamt der Familie im Konzentrationslager Bergen-Belsen eingesperrt, hatte er wohl genügend Gründe, Menschheit und Weltenlauf nicht mehr allzu rosig zu sehen. Zitieren wir kurz eine auf Widerspruch stossende Stelle aus dem Vorwort des “Kain”: “Die tötende Gesinnung Kains ist äusserst erfinderisch. Sie fand in der Weltgeschichte immerfort neue Ziele und neue Motive zum Töten. Kain ist aber nicht nur Träger der tötenden Gesinnung. Er staut nicht nur Wut und Hass, Zorn und Rache, Neid und Eifersucht, die er dann plötzlich, explosionsartig entlädt, in sich auf, Kain drängt auch grenzenlos nach Geltung. Alles, was Wert hat, will er in Besitz nehmen und seine Macht im Haben und Sein masslos vermehren.(…) Mit lügnerischer Anschuldigung, Verleumdung, Anschwärzung anderer beherrscht Kain die Welt. Das nennt er Politik und Diplomatie.(…) Die Schicksalsanalyse stellt den Kain in den Mittelpunkt des menschlichen Daseins.(…) Kain regiert den Einzelnen von der Wiege bis zum Grabe und die Welt von der Steinzeit bis ins Atomzeitalter und noch weiter in Zeiten, die folgen werden.”
Wer heute die Zeitung aufschlägt oder die News im Internet liesst, kann ähnlich einem Fortsetzungsroman das Gerangel kainitischer Politiker verfolgen, sogenannte Polit-Pyromanen, die sich mit “Feuer und Zorn” auslöschen wollen. Mal sehen wie’s weitergeht. Skepsis ist angebracht.
Pellegrino

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