Autismus im Gespräch

13. März, 2017

Tagung „Autismus“: Besucherrekord … Mit der „Autismus“-Tagung vom letzten Freitag und Samstag (14./15. Juni) hat Entresol einen Nerv getroffen: Gut 250 Besucher und Besucherinnen ‒ Fachleute und Studierende aus klinischen, pädagogischen und sozialen Berufen, Therapeuten, Wissenschaftlerinnen und zahlreiche Angehörige von autistischen Kindern ‒ strömten in die Universität Zürich und beteiligten sich engagiert an den Diskussionen. Am Freitag erörterten Ronnie Gundelfinger und Maria Asperger Felder Entwicklung und Stand der Klinik und den aktuellen Paradigmawechsel bei der Definition von Autismus, Matthias Huber und Bruno Deckert nahmen auf dem Abendpodium Stellung und schilderten dabei eindrücklich aus der Sicht als direkt und indirekt Betroffene, mit welchen konkreten Problemen Menschen mit Asperger/Autismus konfrontiert sind.
Am Samstag stellte Gil Eyal sein Stufenmodell in der Entwicklung von Expertise und Kompetenz, u.a. seitens von Angehörigen, im Umgang mit Autismus vor, während Majia Nadesan ‒ selber Mutter eines Sohns mit Asperger-Syndrom ‒ mit einem Beitrag überraschte, der Fragen nach Umweltein-flüssen und den Ausschluss solcher Ansätze aus der Forschung thematisierte. Peter Schneider, Zwi Guggenheim und Veronika Rall sprachen mit Bezugnahme auf das Andere über das Verhältnis der Psychoanalyse zum Autismus und am Beispiel des Films Rain Man über den Einfluss der Populärkultur auf die Wahrnehmung, Darstellung und Thematisierung des Autismus. . Den Abschluss machte der kanadische Philosoph Ian Hacking, der den Autismus als ‚Phänomen’ mit fliessenden Konturen umschrieb. Die Schlussdiskussion brachte nochmals kontroverse Fragen auf, nach der Rolle medialer Darstellungen, der oftmals undifferenzierten Gleichsetzung unterschiedlicher Grade und Ausprägungen des Autismus und der konkreten Probleme bezüglich der Frage, wie für die Integration von Menschen mit Autismus in Schule und Alltag günstige Verhältnisse aussehen könnten.
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