DMDD – Psychiatrisierung aufgeregter Kinder?

13. März, 2017

Mit dem neu erschienenen US-Diagnosehandbuch DSM 5 ist eine fast weltweite Kritik daran aufgeflammt. So heisst beispielsweise eine Schlagzeile “Burnout ist keine Krankheit, viele Essstörungen jedoch schon” oder – neben vielem anderen – eine fulminante Kritik an der US-amerikanischen Diagnose von DMDD (“Disruptive Mood Dysregulation Disorder”), eine Diagnose, – wie es in der Frankfurter Allgemeinen hiess – die reizbare Kinder mit extremen Stimmungsschwankungen – zwischen Wutausbrüchen und depressivem Rückzug – erhalten können. Es wird davor gewarnt, dass dieses DMDD-Krankheitsbild dazu führen könnte, dass Kinder in der Trotzphase viel zu rasch mit Psychopharmaka behandelt würden. Andererseits gibt es eben DMDD doch, nur – die Diagnose ist nicht einfach, vor allem wegen der Symptomnähe zu ADHS. Aber, das sind zwei ganz verschiedene Sachen, denn Methylphenidat, mit dem häufig ADHS-Patienten behandelt werden, funktioniert bei DMDD-Kindern nicht. Nun, auf die Kritik am US-Handbuch gehen wir später noch näher ein. Im Moment eine Frage an alle Leser: wer hat Erfahrung mit DMDD-diagnostizierten Kindern? Das würden wir gerne vorstellen. Ein paar Zeilen an info@szondi.ch.
Ihr Paroxolo

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