Projektion als Ich-Funktion

Projektion ist das elementare Streben des jungen Organismus «Mensch» mit der Umwelt in Beziehung zu treten und sich durch die Beziehung zu Objekten, zu anderen Menschen und durch die Einbettung in Strukturen (wie die Familie) zu ergänzen und zu erweitern. Szondi nennt dies «Ergänzungsdrang» oder «Partizipationsdrang»: «Das Suchen und das Finden, also die Wahl des Partners in Liebe, Freundschaft und in Beruf stammt aus dem Drang nach Ergänzung, nach Ganzheit, nach Vervollkommnung und wird durch das unbewusste Ich auf dem Wege der familiären Projektion von Ahnenbildern befriedigt». (…) «Der Vorgang der familiären Projektion des Ichs wird durch die Anziehungskraft der verwandten Ahnenbilder, der gleichen Gene gelenkt, d.h. durch den Prozess des Genotropismus. So kommen auf dem Wege der wechselseitigen familiären Projektionen von identischen Ahnenbildern Liebesbeziehungen und Konjunktionen, Ehen, zwischen verwandten Individuen zustande. Der unbewusste Ergänzungsdrang zweier genverwandter Menschen zum Einssein und Gleichsein entsteht somit durch die familiären Projektionen der identischen latenten Ahnenbilder und manifestiert sich am auffälligsten in der Wahl des Ehepartners» (Szondi, Ich-Analyse, S. 175/176).