Raus aus der Grübelfalle

13. März, 2017

Wieso bin ich solch ein Versager? Wie kommt es, dass die anderen mich nicht mögen? Wer grübelt, findet nicht nur schwer aus diesen negativen Gedanken heraus. Grübeln erhöht auch das Risiko, depressiv zu erkranken oder rückfällig zu werden. Auf Grundlage dieser Erkenntnis haben Psychologen vom Zentrum für Psychotherapie Bochum (ZPT) eine Behandlung entwickelt, mit deren Hilfe Grübeln verhindert oder beendet werden soll.

Denkprozess im Fokus

In der Praxis haben sich verschiedene Formen durchgesetzt, eine Depression zu therapieren. Neben der medikamentösen Behandlung kann man dem Patienten dabei helfen, aktiver zu werden (z.B. durch Sport) oder seine Gedanken auf einer Inhaltsebene zu hinterfragen („Stimmt es wirklich, dass ich ein Versager bin?“). Am ZPT wählt man einen anderen Ansatz und schaut sich die Art und Weise an, wie Personen mit ihren negativen Gedankeninhalten umgehen. „Depressive lassen sich von negativen Gedanken leicht provozieren und steigen viel stärker darauf ein, weiter und weiter darüber nachzudenken“, sagt Dr. Tobias Teismann, geschäftsführender Leiter des ZPT (Hochschulambulanz der Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie der Ruhr-Universität Bochum). Diese Erkenntnis brachte die Bochumer Psychologen dazu, den Prozess des Denkens viel stärker in den therapeutischen Fokus zu nehmen. Herausgekommen ist eine Gruppentherapie namens „Kognitive Verhaltenstherapie depressiven Grübelns“.

Deutliche Verbesserungen

In den insgesamt zehn Sitzungen lernen die Patienten, was Grübeln überhaupt ist, wie sie es beenden und gar nicht erst aufkommen lassen sowie welche Alternativen es gibt (z.B. expressives Schreiben). Das Behandlungsprogramm haben Teismann und seine Kolleginnen und Kollegen vom ZPT mit 45 (Behandlungsgruppe) beziehungsweise 36 Personen (Wartekontrollgruppe) seit 2009 erprobt. Alle von ihnen hatten in der Vergangenheit immer wieder depressive Episoden erlebt. Die Ergebnisse belegen, dass die kognitive Verhaltenstherapie mit den etablierten Verfahren mithalten kann. In welchen Bereichen sich deutliche Verbesserungen für die Patienten einstellten, lesen Sie in RUBIN.

Themen in RUBIN

In RUBIN finden Sie außerdem folgende Themen: Memoria Romana – das Gedächtnis des alten Rom erforschen; Ein neues Uhrwerk für die Geologie; Welche Rolle spielen Proteine bei der Krebsentstehung?; Piraten im Mittelmeer: Gefahr von hoher See; Parkinson: Monotone Märchen verraten Schluckstörungen; Bauchfellkrebs: Mehr Lebensqualität für hoffnungslose Fälle?; Vietnam: Die Bergbaulandschaft neben dem Urlaubsparadies; Mit Argusaugen in der Energieforschung; Organspende: Vertrauen verspielt. RUBIN ist in der Stabsstelle Strategische PR und Markenbildung der Ruhr-Universität zum Preis von 4,- Euro erhältlich (Tel. 0234/32-22830).

Weitere Informationen
Den vollständigen Beitrag mit Bildern zum Herunterladen finden Sie online unter:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin-fruehjahr-13/beitraege/beitrag5.html

Dr. Tobias Teismann, Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie, Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel.: 0234/32-27787, E-Mail: tobias.teismann@rub.de

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