Am Qualitätshandbuch wird gearbeitet

Am Qualitätshandbuch wird gearbeitet

SZO Kunst Trubschachen 20.07-13 038Let­zen Sams­tag, 7.09.13,  traf man sich-  von der Kom­mis­si­on für Qua­li­täts­si­che­rung der Char­ta (KQS) ein­ge­la­den – im Szon­di-Insti­tut und liess sich über die ers­ten Ele­men­te eines Ent­wurfs zu wesent­li­chen Punk­ten der Qua­li­täts­si­che­rung ori­en­tie­ren. Dabei han­delt es sich um Qua­li­täts­re­geln die dann in das  Qua­li­täts­hand­buch des jewei­li­gen Insti­tuts ein­flies­sen sol­len.  Ihre ers­ten ent­spre­chen­den Lösun­gen haben Ver­tre­te­rin­nen des Inter­na­tio­na­len Semi­nars für Ana­ly­ti­sche Psy­cho­lo­gie (ISAP) vor­ge­stellt. Dabei zeig­ten sie, wie man auf bis­he­ri­ge bestehen­de Rege­lun­gen wie bei­spiels­wei­se die Qua­li­täts­kon­trol­le der Bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen auf­baut und die anvi­sier­ten Qua­li­täts­stan­dards des PsyG errei­chen kann. Doch spür­te man bald, dass man­ches leicht und locker gesagt, aber nur mit viel Arbeit zu rea­li­sie­ren ist. So gab bei­spiels­wei­se die in der Ver­ord­nung zum Psy­cho­lo­gie­be­ru­fe-Gesetz ent­hal­te­ne Bestim­mung, wonach den Stu­die­ren­den das Recht/Pflicht (!) auf­er­legt wird, den Dozie­ren­den, den Lehr­be­auf­trag­ten und den Super­vi­die­ren­den  indi­vi­du­el­le Feed­backs zu geben, viel Stoff zum dis­ku­tie­ren. Dabei blieb die Fra­ge im Rau­me hän­gen, was denn die sol­cher­art “gefeed­back­ten” mit die­sen von den Stu­die­ren­den an sie per­sön­lich her­an­ge­tra­ge­nen Beur­tei­lun­gen machen wer­den. Die­se sind ver­trau­lich aber eben nicht anonym; die Stu­di­en­lei­tung erfährt nichts davon, der Beur­teil­te kann reagie­ren wie er will, das Feed­beck im eher nega­ti­ven Fall in den Papier­korb wer­fen und sei­ne Hal­tung gegen­über der/dem Stu­die­ren­den ver­här­ten, was der Stu­di­en­ar­beit höchst unzu­träg­lich ist. Kon­flik­te zeich­nen sich ab, und dies bei psy­cho­lo­gi­schen The­men, die sowie­so ein poten­ti­el­les Minen­feld dar­stel­len, da das Unbe­wuss­te der Stu­die­ren­den mas­siv mit­a­giert und in das Ver­hal­ten der Stu­die­ren­den hin­ein­schal­tet und -wal­tet. Ein Pro­blem, dem mei­ner Mei­nung nach viel zu wenig Beach­tung geschenkt wird.

Hier eine leicht pole­mi­sche Ein­schie­bung: Es drängt sich der Gedan­ke auf, dass die gesam­te “betriebs­wirt­schaft­li­che” Sei­te des PsyG dar­auf ange­legt ist, nicht so sehr die Qua­li­tät der Bil­dung zu sichern, als viel­mehr den klei­ne­ren Bil­dungs­in­sti­tu­ten das Lebens­licht aus­zu­bla­sen. Wahr­schein­lich hät­te man in der Ber­ner Bun­des­ver­wal­tung am liebs­ten eine unfor­mier­te Aus- und Wei­ter­bil­dung ohne die den Ein­heits­brei stö­ren­den psy­cho­lo­gi­schen “Schu­len”.

Eine wei­te­re Qua­li­täts­knack­nuss ist die ver­ord­ne­te indi­vi­du­el­le mit Zeit­rah­men quan­ti­fi­zier­te Wei­ter­bil­dung von Dozie­ren­den, von SelbsterfahrungstherapeutInnen(welch’ ein Wort!), Lehr­ana­ly­ti­ke­rIn­nen und Super­vi­so­rIn­nen. Dem Ver­neh­men nach soll die­se Wei­ter­bil­dung 80 bis 90 Stun­den im Jahr umfas­sen. Dabei ist die Qua­li­tät, Art und Wei­se der Wei­ter­bil­dung noch in kei­ner Wei­se defi­niert. Gilt Bücher­le­sen, Fil­me anse­hen und sel­ber dozie­ren als Wei­ter­bil­dung? Oder ein Fach­ge­spräch im Kreis der Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen?

Ein Schlüs­sel­wort der Qua­li­täts­ar­beit ist EVALUATION. Was nicht eva­lu­iert wird, ist nicht exis­tent. So der Ein­druck. Die Eva­lua­ti­on geht vom Insti­tuts­ap­pa­rat aus, aber wo geht sie hin?  Unter die­sem Aspekt ent­spann sich eine leb­haf­te Dis­kus­si­on über die Durch­füh­rung von Mass­nah­men, die sich aus der Eva­lua­ti­on erge­ben könn­ten. Zum Vor­schein kam, dass die Gefahr gross ist, dass die eva­lu­ier­ten Ergeb­nis­se auf einem Eva­lua­ti­ons­fried­hof lan­den und still beer­digt wer­den. Aber wie geht das mit der Eva­lua­ti­on? In einem sog. Kon­takt­auf­nah­me­ge­spräch (Duden-wür­di­ger Aus­druck!) wird der/die Wei­ter­bild­ne­rIn eva­lu­iert, d.h. man fühlt ihm/ihr auf den Zahn, um her­aus­zu­fin­den, ob die Per­son Insti­tutskul­tur-ver­träg­lich ist, genü­gend Fach­wis­sen auf­weist und eine Ahnung vom Dozie­ren hat, even­tu­ell wird noch die zu erwar­ten­de Krea­ti­vi­tät getes­tet. Falls der Auf­trag zum Dozie­ren erteilt wird, beginnt die Eva­lua­ti­on Nr. 2: man macht Lek­ti­ons­be­su­che, sam­melt Feed­back bei den Stu­die­ren­den, lässt durch Pro­gramm­ver­ant­wort­li­che die Sub­stanz der Vor­le­sung her­aus­de­stil­lie­ren, über­prüft Aktua­li­tät und Gehalt des vom/von der Dozie­ren­den emp­foh­le­nen Lehr­ma­te­ri­als, checkt die didak­ti­schen Fähig­kei­ten und for­dert schliess­lich von dem/der Dozie­ren­den eine selbst­be­schrei­ben­de Stel­lung­nah­me. Leu­munds­zeug­nis wird nicht ver­langt.

Schliess­lich fällt unter der Eva­lua­ti­on auch die regel­mäs­si­ge Retrai­te der Insti­tuts­lei­tung, die sich dann Gedan­ken über sich selbst machen soll. Und zu guter Letzt kommt noch die Eva­lua­ti­on mit den Stu­die­ren­den, die in regel­mäs­si­gen Abstän­den zu einem teach-in gela­den wer­den, um sich gegen­über den Insti­tuts­ver­ant­wort­li­chen, Admi­nis­tra­to­ren, Buch­hal­tern usw. aus­spre­chen zu kön­nen.

Wann geht es eigent­lich um Inhal­te?

Vor­läu­fig schlies­sen wir hier.

Alois Alten­we­ger

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