Praxis in angewandter Schicksalsanalyse

 

Ein Lehr­gang für Medi­zi­ne­rin­nen und Medi­zi­ner mit psy­cho­so­ma­ti­schem Schwer­punkt

Aner­kannt durch die Schwei­ze­ri­sche Aka­de­mie für Psy­cho­so­ma­ti­sche und Psy­cho­so­zia­le Medi­zin (SAPPM)

Was ist das Ziel die­ses Lehr­gangs? Anspruch des Kur­ses ist es, ein Ver­ständ­nis der Gene­se von psy­cho­so­ma­ti­schen Erkran­kun­gen aus schick­sals­ana­ly­ti­scher, tie­fen­psy­cho­lo­gi­scher und psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Per­spek­ti­ve zu erwer­ben. Auf­grund die­ser Erkennt­nis­se wer­den Ent­wür­fe zum Krank­heits­ver­ständ­nis beim Pati­en­ten for­mu­liert. Die dar­aus ent­ste­hen­de psy­cho­so­ma­ti­sche Skiz­ze wird mit der Bedürf­nis- und Trieb­per­spek­ti­ve des Kli­en­ten / der Kli­en­tin ver­knüpft. Der schick­sals­ana­ly­ti­sche Aspekt öff­net eine Sicht auf die Befrie­di­gung bis­her ver­dräng­ter Bedürf­nis­se in All­tag, Bezie­hung, Beruf und Frei­zeit und för­dert den Abbau psy­chisch indu­zier­ter soma­ti­scher Sym­pto­me und die Stär­kung per­sön­lich­keits­för­dern­der Ver­hal­tens­wei­sen.

Wir arbei­ten in Grup­pen­se­mi­na­ren, im Ple­num, in Klein- und Inter­vi­si­ons­grup­pen mit zwei oder drei Teil­neh­mern. Anhand von Selbst­er­fah­rung und von Fäl­len, die von Beginn an in das prak­ti­sche Ler­nen ein­be­zo­gen wer­den, soll der Stoff erlebt und inte­griert wer­den. Dies bedeu­tet den Ein­be­zug von Pati­en­tin­nen oder Pati­en­ten von Beginn an in die Kurs­ar­beit mit­tels Geno­so­zio­gramm, Lebens­läu­fen, trieb­dia­gnos­ti­schen Veri­fi­zie­run­gen, Szon­di-Test­re­sul­ta­ten und prak­ti­schen Übun­gen.

Wesent­lich an die­ser Wei­ter­bil­dung ist, dass die Theo­rie mit­tels Skrip­ten zuhau­se gelernt, in Impuls­re­fe­ra­ten ent­wi­ckelt und in Semi­na­ren fall­be­zo­gen bespro­chen wird. Ein­be­zo­gen wird die prak­ti­sche Anwen­dung: Prä­sen­ta­ti­on von Vignet­ten aus der Pra­xis, super­vi­so­ri­sche Fall­be­spre­chun­gen, deren schick­sals­psy­cho­lo­gi­sche Ele­men­te im Semi­nar und in Inter­vi­si­ons­grup­pen reflek­tiert wer­den.

Eckdaten zur Ausbildung

Vor­aus­set­zung zum Kurs: Ange­wand­te Schick­sals­ana­ly­se für Psy­cho­so­ma­ti­ker:

Zeit­li­cher Gesamt­auf­wand: 64 Stun­den Vor­le­sun­gen am Insti­tut



Beginn: Frei­tag, 25. Janu­ar 2019, 14:00



Dau­er: 1 Jahr: Acht Zwei­ta­ges­se­mi­na­re plus fakul­ta­ti­ve Grup­pen­ar­bei­ten, ver­knüpft mit der Hand­ha­bung des Szon­di-Tests und Aus­wer­tun­gen von Geno­so­zio­gram­men.

Die Inter­vi­sio­nen und Grup­pen­sit­zun­gen kön­nen über das Kurs­jahr hin­aus fort­ge­setzt wer­den, Sup­port durch Dozen­tin­nen und Dozen­ten des Insti­tuts.

 

Dozen­tin­nen / Dozen­ten:

 

  • Lic. phil. Marc Schmu­zi­ger, Psy­cho­the­ra­peut FSP, eidg. Fach­ti­tel
  • Dr. med. Thi­baud Rouè­che, Psych­ia­ter
  • Dr. psych. Almut Schwei­kert, Psy­cho­the­ra­peu­tin, eidg. Fach­ti­tel
  • Lic. rer. pol. Alois Alten­we­ger, dipl. Schick­sals­ana­ly­ti­ker

Wochen­ta­ge: Frei­tag, 14:00 – 18:00, Sams­tag, 10.00 – 15.00



Stu­di­en­ma­te­ri­al: Skrip­te des Szon­di-Insti­tuts



Lite­ra­tur:

  • «Nimm dein Schick­sal in die eige­ne Hand», Dr. Fried­jung Jütt­ner, schick­sals­ana­ly­ti­scher Psy­cho­the­ra­peut,
  • «Tie­fen­psy­cho­lo­gie – Eine Ein­füh­rung», Sieg­fried Elhardt, Kohl­ham­mer-Ver­lag,
  • «Lehr­buch Men­ta­li­sie­ren», Ulrich Schultz-Ven­rath, Klett-Cot­ta,
  • «Coa­ching, Bera­tung und Gehirn» Ger­hard Roth, Ali­ca Ryba,

Kos­ten: CHF 3’600 (in vier Raten zahl­bar)



Abschluss: Zer­ti­fi­kat in ange­wand­ter Schick­sals­ana­ly­se (aner­kannt durch die Schwei­ze­ri­sche Aka­de­mie für Psy­cho­so­ma­ti­sche und Psy­cho­so­zia­le Medi­zin SAPPM)



Kurs­wert: 56 Credits (frei­tags jeweils 3 Credits, sams­tags jeweils 4 Credits)



Kon­takt: Sekre­ta­ri­at Szon­di-Insti­tut, 044 252 46 55 oder info@szondi.ch



Stu­di­en­lei­tung: Alois Alten­we­ger, 079 669 26 03 oder studienleitung@szondi.ch



Daten der Semi­na­re:



Frei­tag / Sams­tag:

25./26. Janu­ar 2019

15./16. Febru­ar 2019

22./23. März 2019

April aus­ge­las­sen

17./18. Mai 2019

21./22. Juni 2019

Juli aus­ge­las­sen

23./24. August 2019

20./21. Sep­tem­ber 2019

25./26. Okto­ber 2019

Einheiten des Lehrgangs

Erste Einheit — Einführung in die Schicksalsanalyse

Begrüs­sung im Ple­num, For­mu­lie­ren von Erwar­tun­gen, Ziel­de­fi­ni­ti­on, Vor­ge­hen bei der Lern- und Lehr­ar­beit

Impuls­re­fe­rat: Ein­füh­rung in die Schick­sals­ana­ly­se

  • Das psy­chi­sche Erbe, die gene­ti­sche Dis­po­si­ti­on

Die Schick­sals­ana­ly­se geht davon aus, dass wesent­li­che Ele­men­te der Psy­che des Men­schen, sei­nes Ver­hal­tens und sei­ner indi­vi­du­el­len Exis­tenz­mög­lich­kei­ten durch gene­ti­sche Dis­po­si­tio­nen bedingt sind. Die Schick­sals­ana­ly­se ver­tritt die Auf­fas­sung, dass die gene­ti­schen Aspek­te beein­fluss­bar und wan­del­bar sind, bzw. das Wech­sel­spiel zwi­schen domi­nan­ten und rezes­si­ven Genen durch die Stel­lung­nah­me des Ichs beein­flusst wer­den kann. Die­ses Axi­om der Schick­sals­ana­ly­se wird durch die neu­es­ten For­schungs­er­geb­nis­se auf dem Gebiet der Epi­ge­ne­tik unter­stützt. Die Kurs­teil­neh­mer wer­den mit den neu­es­ten Aspek­ten der Gene­tik und ins­be­son­de­re den Ent­wick­lun­gen der Epi­ge­ne­tik ver­traut gemacht.

  • Das Trieb­sys­tem

Die Schick­sals­ana­ly­se ver­tritt die Auf­fas­sung, dass alles mensch­li­che Sein und Wer­den, Tun und Las­sen sich im Rah­men eines Sys­tems von vier Trie­ben (Sexu­al­trieb, Par­oxys­mal­t­rieb, Ich-Trieb und Kon­takt­trieb) abspielt. Die Kurs­teil­neh­mer wer­den in die Struk­tur des Trieb­sys­tems ein­ge­führt und erfah­ren die spe­zi­el­len, in den Trieb­struk­tu­ren ver­an­ker­ten Bedürf­nis­se als Aus­druck der Rea­li­sie­rung von Trieb­an­sprü­chen, die sich letzt­lich alle um die Selbst­er­hal­tung des Men­schen dre­hen. Die Kurs­teil­neh­mer erar­bei­ten ein Ver­ständ­nis der Trieb­leh­re anhand von Fäl­len aus ihren jewei­li­gen Pra­xen.

  • Das Geno­so­zio­gramm

Der Stamm­baum oder erwei­tert das Geno­so­zio­gramm ist ein wesent­li­ches Arbeits­in­stru­ment der schick­sals­ana­ly­ti­schen The­ra­pie. Die Teil­neh­mer erar­bei­ten das eige­ne Geno­so­zio­gramm und erfor­schen Auf­fäl­lig­kei­ten (Krank­hei­ten, Berufs­wahl, Stu­di­en­wahl, Part­ner­schaf­ten, sozia­les, gesell­schaft­li­ches und reli­giö­ses Enga­ge­ment, Bil­dung, Wan­der­be­we­gun­gen, Ver­wandt­schaf­ten, Todes­fäl­le, Kri­mi­na­li­tät), um dar­aus domi­nan­te Ver­hal­tens­wei­sen abzu­lei­ten und mit dem eige­nen Lebens­lauf zu ver­glei­chen.

Dis­kus­si­on, Grup­pen­bil­dung, Fall bestim­men

Zweite Einheit — Wahl und Schicksal

Fra­gen zur ers­ten Ein­heit, Lücken fül­len, Wis­sens­stand abglei­chen

Impuls­re­fe­rat: Wahl und Schick­sal: Von den Umwelt­ein­flüs­sen zum fami­liä­ren Kodex bis zu eige­nen auto­no­men Ent­schei­den

Die Schick­sals­ana­ly­se sieht die mensch­li­che Exis­tenz als mul­ti­fak­to­ri­el­les Puz­zle indem zwar die gene­ti­sche Dis­po­si­ti­on eine wesent­li­che Rol­le spielt, die Her­kunft und das Erbe der Vor­fah­ren, der fami­liä­re Kodex, die sozia­le und gesell­schaft­li­che Ein­bet­tung der Fami­lie, die Ent­fal­tungs­mög­lich­kei­ten bedingt durch die finan­zi­el­le Lage der Fami­lie, den sozia­len Sta­tus der Eltern, die eige­nen intel­lek­tu­el­len, hand­werk­li­chen und/oder künst­le­ri­schen Fähig­kei­ten, ganz wesent­lich sowohl die Psy­che als auch die Indi­vi­dua­ti­on bestimm­ten. Die Kurs­teil­neh­mer erar­bei­ten an kon­kre­ten Fäl­len und mit sich sel­ber die­ses mul­ti­fak­to­ri­el­le Puz­zle. Wesent­lich dabei ist, selbst soviel Ein­sicht zu schaf­fen, so dass Pati­en­ten und Pati­en­tin­nen ein Wer­de­gang des eige­nen Lebens mit den ent­spre­chen­den bewusst und unbe­wusst erzwun­ge­nen oder/und selbst gewähl­ten Lebens­mög­lich­kei­ten gezeigt wer­den und dadurch ver­dräng­te, nicht rea­li­sier­te oder auf­grund des Fami­li­en­ko­dex uner­laub­te Exis­tenz­for­men ange­spro­chen wer­den kön­nen. Ver­drän­gun­gen bei­spiels­wei­se, die sich in Sym­pto­men und/oder psy­cho­so­ma­ti­schen Erkran­kun­gen äus­sern.

Dis­kus­si­on, Grup­pen­ar­beit, Fall­be­spre­chung

Impuls­re­fe­rat: Das Trieb­sys­tem

Dar­stel­lung des trieb­struk­tu­rel­len Kon­zep­tes der Schick­sals­ana­ly­se

Sexu­al Trieb

Ero­tik, Sinn­lich­keit

Sym­pto­me:

Haut­krank­hei­ten, Stö­run­gen der Sexu­al­or­ga­ne, Hor­mon­stö­run­gen, Stö­rung der Fein­mo­to­rik, Stö­run­gen des Käl­te-/Wär­me­emp­fin­dens, Kör­per­emp­fin­dungs­stö­run­gen, Aus­schlä­ge, Stö­run­gen der Grob­mo­to­rik

Bear­bei­tung:

Ich-Inter­ven­tio­nen

Affekt­trieb (Par­oxys­mal­t­rieb)

Das Böse, der «Kain», Genui­ne Destruk­ti­vi­tät, Selbst- und Fremd­zer­stö­rung, Gewis­sens­pro­ble­ma­tik, Ethik- und Moral­emp­fin­den, Histroi­de Ver­hal­tens­wei­sen

Pro­ble­me und Sym­pto­me:

Affekt­epi­lep­sie, Heiss­hun­ger­at­ta­cken, Auto­mu­ti­la­ti­on, Unfäl­le, Krämp­fe, Migrä­ne, Pso­ria­sis, All­er­gi­en

Bear­bei­tung:

Sozia­li­sie­ren, sub­li­mie­ren, Grund­im­puls in ande­ren Bedürf­nis­be­rei­chen wir­ken las­sen

Ich-Trieb

Hab­gier, Zwangs- und Kon­troll­be­dürf­nis, Ein­schrän­kung, Hal­lu­zi­na­tio­nen, Wahn­vor­stel­lun­gen

Pro­ble­me und Sym­pto­me:

Zwangs­er­kran­kun­gen, Grös­sen­wahn, Nar­ziss­mus, auto­ri­tä­res Ver­hal­ten und häu­fig ver­knüpft mit para­noi­der Ein­stel­lung

Bear­bei­tung:

Kon­kre­tes Enga­ge­ment mit Her­aus­for­de­run­gen und Erfolgs­kon­trol­le, beruf­li­chen Ehr­geiz för­dern, Raum schaf­fen für Ent­fal­tungs­mög­lich­keit, Funk­tio­nen mit sicht­li­cher Aner­ken­nung suchen

Kon­takt- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­trieb

Akzeptati­on und Gebor­gen­heit suchen, Neu­gier­de, Auf­merk­sam­keit für Umwelt­ge­sche­hen und Mit­men­schen,

Pro­ble­me und Sym­pto­me:

Min­der­wer­tig­keits­kom­plex, bipo­la­re Stö­rung, Sucht und Halt­lo­sig­keit, Bin­dungs­pro­ble­ma­tik, Ent­frem­dung, Kon­takt­sper­re, depres­si­ve und autis­ti­sche Kon­takt­for­men

Ver­stop­fung, Ess­stö­run­gen, Saug- und Schluck­stö­run­gen, Stö­rung des Geschmacks­inns, Magen- und Ver­dau­ungs­stö­run­gen, ora­le Süch­te

Bear­bei­tung:

Selbst­wert­ge­fühl struk­tu­rie­ren, Beru­fe umori­en­tie­ren und Kon­takt­be­rei­che auf­bau­en, die rasch Aner­ken­nung und Wert­schät­zung nach sich zie­hen

Dis­kus­si­on, Ver­tie­fung in den Grup­pen, am eige­nen Lebens­lauf prü­fen

Dritte Einheit — Kurzeinführung in den Szondi-Test

Rück­mel­dung der Arbeit mit den bis­her erfah­re­nen schick­sals­ana­ly­ti­schen Aspek­ten mit Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten
Wei­ter­ar­beit in den Grup­pen

Impuls­re­fe­rat: Kurz­ein­füh­rung in den Szon­di-Test

  • Test­idee, Test­auf­bau, Test­aus­sa­ge

Als ein Instru­ment der Ergrün­dung unbe­wuss­ter, im Hin­ter­grund agie­ren­der psy­chi­scher Dis­po­si­tio­nen wird in der Schick­sals­ana­ly­se der sog. Szon­di-Bil­der­wahl­test ver­wen­det. Wir zitie­ren zu Erläu­te­rung Leo­pold Szon­di:

Die Pati­en­ten oder Pati­en­tin­nen wäh­len aus 48 Bil­dern die zwölf sym­pa­thischs­ten und die zwölf unsym­pa­thischs­ten Bil­der aus. Die Bil­der wer­den in sechs Ach­ter­se­ri­en expo­niert. Jede Serie besteht aus acht Fotos mit Bil­dern von psy­chisch schwer erkrank­ten Per­so­nen. Aus den Bil­der­wah­len wer­den Pro­fi­le erstellt, wel­che die hin­ter­grün­di­gen Trieb- und Ich­funk­tio­nen sicht­bar machen. Ins­be­son­de­re ler­nen die Kurs­tei­ler, auf­grund der Drei­di­men­sio­na­li­tät des Test­re­sul­tats die aktu­el­le psy­chi­sche Situa­ti­on, die psy­chi­schen Poten­tia­le und die psy­chi­schen Per­spek­ti­ven des Pro­ban­den ken­nen. Die Kurs­teil­neh­mer füh­ren fer­ner den Test mit sich selbst und mit Pati­en­tin­nen bzw. Pati­en­ten durch, um im Ver­gleich mit Fami­li­en­ge­schich­te, Geno­so­zio­gramm und Lebens­lauf eine psy­chi­sche Struk­tur zu ent­wer­fen und Schluss­fol­ge­run­gen für den aktu­el­len Behand­lungs­ver­lauf bzw. Selbst­be­ur­tei­lung zu zie­hen.

  • Struk­tur des Tests
  • Live-Demons­tra­ti­on des Tests

Vierte Einheit — Schicksalsanalytische Bedürfnislehre

  • Dis­kus­si­on der Test­re­sul­ta­te und der Anwen­dung des Tests

Impuls­re­fe­rat: Schick­sals­ana­ly­ti­sche Bedürf­nis­leh­re

  • Struk­tur, Dia­lek­tik, Kom­ple­men­ta­ri­tät
  • Vor­der­grund und Hin­ter­grund
  • Umgang mit Bedürf­nis­sen, gelebt, ver­neint, ver­drängt

Wesent­lich an der schick­sals­ana­ly­ti­schen Bedürf­nis­leh­re ist, dass jeder Trieb über zwei Bedürf­nis­haupt­grup­pen ver­fügt und die­se wie­der­um polar als sog. Stre­bun­gen, d.h. gegen­läu­fig, geglie­dert sind. Den Bedürf­nis­sen sind kon­kre­te Ver­hal­tens­wei­sen zuge­ord­net, die sich letzt­lich im Men­schen zu einem viel­ge­stal­ti­gen Psy­cho­gramm zusam­men­fü­gen. Die Kurs­teil­neh­mer ler­nen auf­grund der bei einem Pati­en­ten erfass­ten Ver­hal­tens­wei­sen die­se als Ele­men­te einer Trieb­struk­tur zu ord­nen und auf­grund der ent­ste­hen­den «Trieb­land­kar­te» Ein­fluss auf die Ver­hal­tens­wei­sen mit­tels the­ra­peu­tisch-direk­ti­vem Gespräch zu neh­men.

  • Dis­kus­si­on, Kon­kre­ti­sie­rung und Ver­tie­fung in den Grup­pen anhand von Kli­en­ten­ma­te­ri­al
  • Prä­sen­ta­ti­on von Resul­ta­ten im Ple­num

Impuls­re­fe­rat: Gesund­heit- und Krank­heits­leh­re der Schick­sals­ana­ly­se

  • Gesund­heits­för­de­rung durch genotro­pe Aktua­li­sie­rung der Bedürf­nis­se
  • Über­füh­ren der soma­ti­sier­ten Bedürf­nis­se in sozi­al ver­träg­li­ches Aus­le­ben

Psy­chi­sche Stö­run­gen sind in der schick­sals­ana­ly­ti­schen Krank­heits­leh­re (Trieb­pa­tho­lo­gie nach L. Szon­di) grund­sätz­lich Extre­me der Rea­li­sie­rung von Trieb­be­dürf­nis­sen. Für die acht Trieb­be­dürf­nis­grup­pen exis­tiert sowohl eine aus­for­mu­lier­te Trieb­pa­tho­lo­gie als auch den Trieb­be­dürf­nis­grup­pen ent­spre­chen­den sozia­li­sier­ten Trieb­an­sprü­che (aus­ser­halb von patho­lo­gi­schen und/oder kri­mi­nel­len For­men) die sich in Beruf, Hob­by, sozia­lem, reli­giö­sem und gesell­schaft­li­chem Enga­ge­ment (von der ehren­amt­li­chen Arbeit in Sport­ver­ei­nen bis zur Mit­ar­beit bei Non­pro­fit-Orga­ni­sa­tio­nen) aus­le­ben kön­nen. Für die Kurs­teil­neh­mer geht es prak­tisch dar­um, auf­grund der Trieb­land­kar­te bei ihren Kli­en­ten fest­zu­stel­len, wel­che Kräf­te die in schä­di­gen­den Bedürf­nis­rea­li­sie­run­gen (zusam­men mit der ent­spre­chen­den Sym­pto­ma­tik) gebun­den sind, in indi­vi­du­ell nütz­li­che­re und/oder gesell­schaft­lich oppor­tu­ne­re Bedürf­nis­be­frie­di­gun­gen umge­lenkt (sub­li­miert) wer­den kön­nen.

  • Dis­kus­si­on, Kon­kre­ti­sie­rung und Ver­tie­fung in den Grup­pen anhand von Kli­en­ten­ma­te­ri­al
  • Auf­be­rei­ten von Vignet­ten aus der Pra­xis

Fünfte Einheit — Existenzformen, Charakteranalyse

Impuls­re­fe­rat: Die Exis­tenz­for­men in der Schick­sals­ana­ly­se

Szon­di-Test­re­sul­ta­te im Lich­te der fol­gen­den vier Punk­te L. Szon­dis inter­pre­tie­ren und dis­ku­tie­ren:

«Die acht Trieb­fak­to­ren (Bedürf­nis­grup­pen) nennt die Schick­sals­ana­ly­se die Wur­zeln, die Radi­ka­le des Trieb­le­bens, da sie durch Jahr­tau­sen­de wesent­lich gleich geblie­ben sind und gleich blei­ben. Die ererb­ten Trieb­ra­di­ka­le tra­gen in der Tat etwas Unhis­to­ri­sches, in allem Erle­ben, Ver­hal­ten und Her­vor­brin­gen etwas Durch­ge­hen­des, für jeden Men­schen stets Gegen­wär­ti­ges und inhalt­lich noch ganz Unspe­zi­fi­sches [daher offen für epi­ge­ne­ti­sche Ein­fluss­nah­me] in sich. (…)

Auf­grund von vie­len Tau­sen­den von Unter­su­chun­gen (in Ungarn, in der Schweiz, im Aus­land) kann man über die­se ‘expe­ri­men­tel­le Schick­sals­for­schun­gen’ Fol­gen­des aus­sa­gen:

Ers­tens:Der Test deckt die fami­liä­ren extre­men see­li­schen Erkran­kun­gen auf, deren Kon­duk­tor der Pro­band ist.

Zwei­tens:Der Test macht also im beson­de­ren jene laten­ten Trieb- und Ich­funk­tio­nen sicht­bar, wel­che die Kon­duk­tor-Per­son erb­ge­mäss gefähr­den.

Drit­tens:Der Test kann fer­ner 17 ver­schie­de­ne Trieb- und Ich­struk­tu­ren auf­de­cken, die man als Schick­sals­mög­lich­kei­ten oder Exis­tenz­for­men aus­zu­wer­ten ver­mag. Zwölf von die­sen sieb­zehn Schick­sals­mög­lich­kei­ten sind als Gefahr-, fünf als Schutz-Exis­tenz­for­men dia­gnos­ti­zier­bar.

Vier­tens: Durch Bestim­mung der Pro­por­tio­nen der Gefahr- und Schutz­exis­ten­zen kann man die Indi­ka­ti­on zu einer psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Behand­lung auf­stel­len.»

Impuls­re­fe­rat: Cha­rak­te­r­ana­ly­se auf­grund von trieb- und test­psy­cho­lo­gi­schen Resul­ta­ten

Die Kurs­teil­neh­mer dis­ku­tie­ren anhand des Refe­rats und von Tex­ten aus dem Buch «Ich-Ana­ly­se» die schick­sals­ana­ly­ti­sche Defi­ni­ti­on von Cha­rak­ter und ins­be­son­de­re die Leit­the­se: «Cha­rak­ter ist das­je­ni­ge Stück des Schick­sals, wel­ches das Ich in das Ich, also in sich selbst, schon ein­ge­prägt hat.» (Ich-Ana­ly­se, S. 369)

«Wählt das Ich, so macht es Schick­sal, prägt das Ich, so macht es Cha­rak­ter

Die Kurs­teil­neh­mer unter­su­chen an kon­kre­ten Fäl­len, wie Wahl und Prä­gung sich in der zur Dis­kus­si­on ste­hen­den psy­cho­so­ma­ti­schen Situa­ti­on aus­wir­ken bzw. aus­ge­wirkt haben. Was ist kon­kret Wahl und was ist Prä­gung gewe­sen.

Sechste Einheit — Abwehr des Ichs

Rück­blick auf die vor­he­ri­ge Ein­heit, ev. Prä­sen­ta­ti­on von Cha­rak­ter­stu­di­en bei Kli­en­tin­nen und Kli­en­ten
Impuls­re­fe­rat: Die Abwehr­dis­po­si­tio­nen des Ich in der schick­sals­ana­ly­ti­schen Trieb­leh­re

Die Abwehr­ver­fah­ren und -dis­po­si­tio­nen des Ichs sind ein wei­tes Feld und gehö­ren zu den zen­tra­len Akti­vi­tä­ten des Ichs. Szon­di schreibt: «Abwehr­me­cha­nis­men sind unbe­wuss­te Mecha­nis­men zum Schut­ze des Ichs vor gefahr­brin­gen­den Trieb­an­sprü­chen und Affek­ten.» Die Abwehr­ar­ten des Ichs kön­nen mit­tels Szon­di-Test und FGe­no­so­zio­gramm rela­tiv rasch dia­gnos­ti­ziert wer­den; dies ist ein zen­tra­les Anlie­gen des Psy­cho­so­ma­ti­kers und des schick­sals­ana­ly­ti­schen The­ra­peu­ten, denn die vom Ich gewähl­ten Abwehr­for­men gegen «über­bor­den­de» Trieb­an­sprü­che sind in aller Regel neben der Schutz­funk­ti­on die Quel­le psy­chi­scher Stö­run­gen, psy­cho­so­ma­ti­scher Erkran­kun­gen und einer grös­se­ren Zahl von Sym­pto­men und soma­ti­schen Behin­de­run­gen.

Die Kurs­teil­neh­mer arbei­ten anhand von Fäl­len den mehr oder weni­ger hypo­the­ti­schen Wer­de­gang einer Trieb­be­dro­hung, eines Auf­baus einer Ich­ab­wehr und einer Sym­ptom­bil­dung her­aus.

Abwehr­for­men an eini­gen Bei­spie­len her­aus­ar­bei­ten

The­ra­peu­ti­sche Arbeit: Schwä­chung der Abwehr um Ent­fal­tungs­raum zu schaf­fen

Ergän­zungs­the­ma:

  • Die Angst als hin­ter­grün­di­ge (unbe­wuss­te) Abwehr­quel­le
  • For­men der Angst
  • Trie­b­angst des Ichs
  • Angst­sym­pto­me
  • Auf­ga­be an die Kurs­teil­neh­mer: Abwehr­bei­spie­le sam­meln und ana­ly­sie­ren

Siebte Einheit — Kurztherapie

Abwehr­bei­spie­le dis­ku­tie­ren und Abwehr­for­men auf ihre kon­kre­te Wir­kung hin unter­su­chen

Dis­kus­si­on, per­sön­li­ches Erle­ben, per­sön­li­che Reak­tio­nen, eige­ne Abwehr und Distan­zie­run­gen

Die Bear­bei­tung von Abwehr­for­men kann häu­fig in den Bereich the­ra­peu­ti­scher Arbeit füh­ren. Aus die­sem Grund erhal­ten die Kurs­teil­neh­mer eine knap­pe Ein­füh­rung in ein gän­gi­ges Modell von Kurz­the­ra­pie.

Impuls­re­fe­rat: Wann kann eine Kurz­the­ra­pie ange­mes­sen sein?

  • The­ra­peu­ti­sches Bünd­nis
  • Ich­stär­kung
  • Nut­zung der Kör­per­wahr­neh­mung
  • Nut­zung der unbe­wuss­ten Trieb­dy­na­mik
  • Nut­zung des Gegen­über­tra­gungs­ge­sche­hens
  • Das Prin­zip der kleinst­mög­li­chen Schrit­te
  • Umgang mit Stö­run­gen
  • Spe­zi­al­fall Trau­ma

Dis­kus­si­on im Ple­num, Auf­ga­ben für die nächs­te Ein­heit
Wie sag ich’s mei­ner Pati­en­tin / mei­nem Pati­en­ten / ?
Auf­ga­be: mit Fall­pa­ti­en­tin­nen/-pati­en­ten the­ra­peu­ti­sche Lösungs­schrit­te erar­bei­ten

Achte Einheit — Vertiefungen und thematische Ergänzungen

Erfas­sen der offe­nen Fra­gen
Ver­tie­fun­gen und the­ma­ti­sche Ergän­zun­gen
Kri­ti­scher Rück­blick
Bericht über die Anwen­dung des Gelern­ten in der Pra­xis
Was soll wie wei­ter­ge­führt oder zusätz­lich ange­bo­ten wer­den?
Schluss­re­fe­rat: Ein­bli­cke in die phi­lo­so­phi­schen Grund­la­gen der Schick­sals­ana­ly­se und deren psy­cho­ana­ly­ti­sches Ange­bot