Glücklich sein

Glücklich sein

Um die Jahreswende hat die Glückwunschkultur eine hohe Zeit. So liest man beispielsweise, dass Unternehmen sog. Chief Happiness Officer anstellen, um das Glücksgefühl ihres Personals bei der Arbeit zu fördern. Doch wenn die Arbeit stinkt, bullshit auf amerikanisch ist, dann nützt weder parfümieren noch farbig anmalen etwas. Denn was sinnlos ist bleibt sinnlos und führt höchstens dazu, dass man sich selbst als sinnlos empfindet. Und dann wehrt man sich: mit böser Gewalt, mit Vernichtungsgelüsten und mit Wut.

Mit Yoga und Achtsamkeitskursen, so der Arbeitspsychologe Felix Frei, erreicht ein Unternehmen rein gar nichts. Höchstens Illusionitis für einige kurze Momente. Gibt es Glück überhaupt? Die kleinen Dinge pflegen und den Ball flach halten, wäre das ein Alternative?  Einen Zustand der minimalsten Bedrängnis anzustreben ist doch schon fast Glück. Schicksalspsychologisch gesehen, ist dies mit einer engen Führung des Auslebens der Triebbedürfnisse verknüpft, denn je mehr Bedürfnisse ausgelebt werden, desto grösser wird die Angriffsfläche zum Unglücklichsein.

Pellegrino