Kain mit religiösem Mäntelchen

Kain mit religiösem Mäntelchen

Bei Szon­di kann man es in sei­nem Buch “Kain, Gestal­ten des Bösen” detail­liert nach­le­sen: Reli­gi­on und deren Aus­übung dient dem zer­stö­re­ri­schen kaini­ti­schen Trieb jedes Men­schen als Deck­man­tel, um eine trieb­mäs­sig ange­leg­ten “töd­li­chen Gesin­nung” aus­zu­le­ben. Dies geschieht mit einer Radi­ka­li­tät, die bis zur Selbst­ver­nich­tung geht. Dass unter einer sol­chem Prä­mis­se die Zer­stö­rung von ein paar Rui­nen in Pal­my­ra Pea­nuts sind, liegt auf der Hand. Zu die­sem The­ma eine Fest­stel­lung von Nor­bert Ley­graf, Psych­ia­ter, im Fach­jour­nal “Foren­si­sche Psych­ia­trie, Psy­cho­lo­gie, Kri­mi­no­lo­gie” (2014), der in sei­nem Arti­kel ange­klag­te isla­mis­ti­sche Straf­tä­ter wie folgt beschreibt: als «ego­zen­tri­sche, impul­si­ve und wenig leis­tungs­be­rei­te Män­ner, die den fun­da­men­ta­lis­ti­schen Islam dazu genutzt hat­ten, ihr über­höh­tes Selbst­wert­ge­fühl [Nar­ziss­mus] nach Aus­sen zu prä­sen­tie­ren, und die dar­in vor allem eine Mög­lich­keit gese­hen hat­ten, ihre aggres­si­ven Impul­se schein­bar mora­lisch legi­ti­miert aus­le­ben zu kön­nen». Der Drang zur mora­li­schen Legi­ti­mie­rung ihres Han­delns ist ein Hin­weis auf die von Szon­di pos­tu­lier­te und in sei­nem Moses-Buch plau­si­bel dar­ge­leg­te The­se, nach der ein Kainit im Hin­ter­grund immer einen Hang zur rigi­den Rechts­ord­nung und Rechts­aus­übung haben. Dies mag para­dox erschei­nen, aber es ist so. Nur noch eine Neben­be­mer­kung: wer in der schick­sals­ana­ly­ti­schen The­ra­pie den lau­ern­den Kain über­sieht und des­sen Impul­se in der Über­tra­gung negiert oder ver­harm­lo­send umdeu­tet, ist zum Schei­tern ver­ur­teilt. Pel­le­gri­no

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