Ad-hoc-Introjektion

Ad-hoc-Introjektion

  1. Komplexbildende Erlebnisse und Szenen werden vorerst ad hoc introjiziert und erst nachher verdrängt.
  2. Vermutlich geht eine ad-hoc-Introjektion den meisten Verdrängungen voraus. Diese Behauptung will natürlich die krankmachende Bedeutung der Verdrängung nicht schwächen, sondern [im Sinne einer zusätzlichen Verdrängungsquelle] nur ergänzen.
  3. In der psychoanalytischen Therapie sollte man darauf achten, den Entstehungsweg des Komplexes analytisch umzukehren. Das will sagen: das Verdrängte vorerst in die Phase der ad hoc entstandene Identifizierung zu zerlegen und auf diesem Weg die Bewusstmachung zu Introjektionen.
  4. Komplexbildungen sind fast alle primäre, persönliche Ad-hoc-Introjektionen.
  5. Vermutlich können bestimmte Charakterzüge – genau wie Komplexe – auf ad-hoc-Introjektionen in der Jugend zurückgeführt werden.
  6. Die Starrheit der Bilder, die durch ad-hoc-Introjektionen entstehen, verursachen die Fixationen und die oft unüberwindbaren Schwierigkeiten in der Auflösung bestimmter Komplexe, Perversionen und Charakteranomalien. (Ich-Analyse, S. 203)