Dialektik als Prinzip

Dialektik als Prinzip

Die spe­zi­el­le Betrach­tungs­art der Schick­sals­ana­ly­se ist die Dia­lek­tik.
I. Im fami­liä­ren Unbe­wuss­ten sind alle Stre­bun­gen dia­lek­tisch, d.h. gegen­sätz­lich ange­legt, und die­se gegen­sätz­li­chen Stre­bun­gen bewe­gen sich in Wider­sprü­chen, sich selbst wider­strei­tend. Wir nann­ten frü­her die­se in Wider­sprü­chen sich bewe­gen­den Funk­tio­nen des fami­liä­ren Unbe­wuss­ten den “Ahnen­kampf”, heu­te Trieb­dia­lek­tik. (Ich-Ana­ly­se, S. 104)

Die ele­men­ta­re pri­mä­re Trieb­dia­lek­tik:

In jedem ^Ganz­trieb bewe­gen sich zwei anein­an­der­ge­bun­de­ne Gegen­sätz­lich­kei­ten, die fami­li­är ange­legt sind:
1. Die Stre­bungs- oder Ten­denz­dia­lek­tik inner­halb des­sel­ben Bedürf­nis­ses (+h,-h/ +s; -s ; +e, -e; /+ k, -k, /+p, -p; /+d, -d, /+m, -m)
2. die Bedürf­nis­dia­lek­tik inner­halb eines Trie­bes (h gegen s, e gegen hy, k gegen p, d gegen m).

Die sekun­dä­re Trieb­dia­lek­tik:

1. Die Dia­lek­tik zwi­schen Rand und Mit­te (der Rei­hen­struk­tur der vier Trie­be: S, P, Sch, C, die Rei­hen­fol­ge ist zwin­gend): Das heisst: die vita­len Rand­trie­be (Sexu­al- und Kon­takt­trieb) bewe­gen sich unbe­wusst gegen die sog. Zen­tral­t­rie­be der Mit­te, wel­che als zen­tra­les Zens­ur­sys­tem gegen die Rand­trie­be fun­giert und die die unbe­wuss­ten ethisch-mora­li­schen (e, hy), die rea­len (k) und die idea­len ℗ Abwehr­funk­tio­nen dar­stellt.
Die Lösung und Über­win­dung der Dia­lek­tik zwi­schen Rand und Mit­te bestimmt das see­li­sche Schick­sal der Per­son, also die Schick­sals­for­men der see­li­schen Gesund­heit und der see­li­schen Krank­heit in Form von Neu­ro­sen, Psy­cho­pa­thi­en und Psychosen*.(Ich-Analyse, S. 105)
(*mehr dazu: Trieb­pa­tho­lo­gie, Bd. 1, S. 104 – 115).
2. Die sog. Dur-Moll-Dia­lek­tik, S. 268 Ich-Ana­ly­se)
3. Die Dia­lek­tik zwi­schen Vor­der­gän­ger und Hin­ter­gän­ger im fami­liä­ren Unbe­wuss­ten wird durch die erb­ge­mäs­se Dicho­to­mie, d.h. durch die Zwei­tei­lung, durch die Zer­schnei­dung der Trieb­funk­tio­nen in zwei glei­che oder unglei­che Tei­le, auf­recht­erhal­ten. Die Bewusst­ma­chung und Lösung der Gegen­sätz­lich­kei­ten zwi­schen dem Vor­der­gän­ger und dem Hin­ter­gän­ger bestimmt, ob die Per­son eine huma­ne, sozia­li­sier­te bzw. huma­ni­sier­te Schick­sals­mög­lich­keit “wählt” oder ihren “Schat­ten” mani­fes­tiert oder aber eine Inte­gra­ti­on (Syn­the­se) von Vor­der­gän­ger und Hin­ter­gän­ger zustan­de bringt und somit eine neue indi­vi­du­el­le Daseins­form anzu­tre­ten ver­mag.” (Ich-Ana­ly­se, S. 105)

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