Humanisation

Humanisation

«Huma­ni­sa­ti­on ist im Lich­te der Trieb­dia­lek­tik nicht Ver­än­de­rung, son­dern Wand­lung, nicht Ener­gie­um­set­zung der Libi­do, son­dern die­je­ni­ge gewal­ti­ge, per­sön­lich gewoll­te Umkeh­rung und Umdre­hung der Gegen­sa­tuz­kon­stel­la­ti­on, wodurch das Geis­tig-Huma­ne in den Vor­der­grund, das Trieb­haft-Ani­ma­le, das Inhu­ma­ne, in den Hin­ter­grund gestellt wird. Aus die­ser dyna­misch-funk­tio­nel­len Betrach­tung fol­gen zwei Tat­sa­chen der Mensch­wer­dung:
Ers­tens, dass die Huma­ni­sa­ti­on nie­mals einen sta­tio­nä­ren, sta­bi­len Zustand des Daseins als Mensch dar­stellt, son­dern einen stets flies­sen­den, ewig wer­den­den sich wider­spre­chen­den dia­lek­ti­schen Vor­gang. Huma­ni­sa­ti­on ist also ein Vor­gang, der nie sein End­ziel zu errei­chen ver­mag, weil sein Gegen­füss­ler, der inhu­ma­ne, der ani­ma­le, immer­fort syn­chron und ewig im Hin­ter­grund anwe­send ist und nie­mals die Mög­lich­keit auf­ge­ben wird, ein­mal wie­der der Domi­nie­ren­de auf der Büh­ne des Seins zu wer­den. Dar­um ist der Mensch nie­mals Mensch im Sein, son­dern immer­fort nur ein Mensch im Wer­den.» (Ich-Ana­ly­se, S. 107)

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