Intuition in der Traumdeutung

Intuition in der Traumdeutung

«Der einzige Weg in einem solchen Fall eine Orientierung zu erhalten, führt über die Intuition. Das Assoziieren führt – manchmal über viele ‘Zwischenstationen’ – zu den vergessenen Erlebnissen und bringt sie ins Bewusstsein zurück. Die Intuition entsteht aufgrund völlig anderer Voraussetzungen. Zwar können die Assoziationen ‘Wegbereiter’ für die Intuition sein, doch der wesentliche Unterschied zwischen beiden Vorgängen ist dieser: die Assoziationen bringen u.a. Erinnerungen hervor, greifen auf vergessene Erinnerungen zurück, beziehen Erfahrungen mit ein. Sie können jedoch auch eigene Fantasieinhalte wiedergeben. Die Intuition, wie ich diesen Begriff in der vorliegenden Arbeit verwende, ist hingegen eine Eingebung. Ihre Quelle ist das Übersinnliche. Sie folgt ihrer eigenen Stringenz und sie hat nichts mit dem Erinnern und dem Wiedererinnern vergessener Inhalt zu tun.» (Quelle: Kürsteiner, Gerhard: Transzendenz, S. 242, 1. Auflage 2016, k-press Bern/Washington)

«Beide [der Patient und eine Schlüsselfigur des Filmes ‘Ein Zug nach Manhatten’] sehen sich, durch ihre Erfahrungen genötigt, anzuerkennen, dass sich Dinge ereignen, weil sie vorbestimmt sind. Es gibt transzendente Träume, welche das Unergründliche als Weissagung verkünden. Das kann direkt geschehen oder über sogenannte prophetische, präkognitive bzw. prospektive Träume. Sind sie verschlüsselt, ist ihre Symbolsprache in vielen Fällen das Gleichnis. Dieser Hinweis ist nötig, weil sonst die in den Traum des Patienten ‘eingewobene’ Parabel des Filmes ‘Ein Zug nach Manhatten’ nicht interpretierbar wäre. Parabeln beziehungsweise Gleichnisse sind ‘Hauptschlüssel’. Sie gelten immer für den gesamten Traum sowie auch für die intuitiven Eingebungen zum Traum während der gesamten Sitzung.»

Kürsteiner, Gerhard: Transzendenz,  S. 255 1. Auflage, 2016, k-press