Weiterbildung in Schicksalsanalytischer Beratung

 

Der Schwerpunkt des Kurses «Schicksalsanalytische Beratung» liegt auf einer Einführung in die schicksalspsychologische Lehre, um diese dann als Hintergrund der Beratungsarbeit verwenden zu können.
Die schicksalspsychologische Anschauung legt sich wie ein Netz über die Beratungsarbeit, d.h. dass wir in jeder Beratungsphase und bei jedem auftauchenden Beratungsproblem einen schicksalspsychologischen Aspekt in unsere Überlegungen, Aktivitäten und Entscheide einfliessen lassen. Obwohl unser Kurs noch die Grundlagen der beraterischen Vorgehensweise vermittelt, sollte der Kurs «Schicksalsanalytische Beratung» mit Vorteil auf einer Ausbildung in Beratungstechnik aufbauen können.

Das Angebot

Das Weiterbildungsprogramm für angewandte Schicksalsanalyse vermittelt Ihnen wesentliche Ergänzungen Ihrer beraterischen Kompetenz. Sie sind in der Lage, schicksalsanalytisch-psychologische Aspekte wie Grundbedürfnisse, genetische Disposition sowie schicksalsprägende Wahlhandlungen und familiäre Vererbung zu erkennen und deren Auswirkungen in die Beratungspraxis einzubeziehen. Sie werden ferner in Konzepte der Tiefenpsychologie wie beispielsweise die Stellung des Unbewussten eingeführt und mit speziellen neurotischen Verhaltensweisen und Persönlichkeitsstörungen vertraut gemacht.

Welches sind die Voraussetzungen, die Sie persönlich als Beraterin oder als Berater mitbringen müssen?

Beraten ist eine ethisch und verhaltensmässig anspruchsvolle Tätigkeit. Sie sind gehalten, persönliche Meinungen und Ansichten, eigene Erlebnisse, Probleme und Erfolge, individuellen Glauben aber auch politisch-gesellschaftliche Überzeugungen im Hintergrund zu lassen und keinesfalls als Rezept oder als Erfolgsformel in die Beratung einbringen. Als Beraterin oder als Berater gehen Sie immer vom Erleben des/der Ratsuchenden aus und konzentrieren sich auf Lösungen, die sich aus deren Potential entwickeln können. Sie arbeiten systematisch, indem sie die aktuellen Problembedingungen, die aktuelle Verhaltensweise des Klienten, der Klientin durchleuchten und in einen Raster von Schwäche-Stärke, Bedürfnis und dessen Verweigerung, Zwang und freiere Entfaltung konkretisieren, so dass einsichtbar und verständlich wird, wie eine Veränderung – von was auch immer – aussehen sollte. Mit dieser Methode des Eingrenzens können Defizite benannt werden und Lösungsbedürfnisse erarbeitet werden. Daraus lassen sich wiederum Lernpotentiale und Ansätze für Veränderungen des persönlichen Umfeldes bzw. die Chancen eines Angleichs von Verhalten an die problematische Situation einschätzen und die persönliche Veränderungsmöglichkeit erfassen. Ihre Kompetenz als Beraterin oder Berater ist dabei gefordert: Sie müssen die Beratungssituation atmosphärisch angenehm gestalten, der Klient oder die Klientin sollen sich wohlfühlen und nicht eine Prüfungslage vorfinden. Die fünf Bausteine einer Beratung (Gesprächseröffnung, Problemorientierung und -strukturierung, Zieldefinition und -wünsche, Klärungs- und Veränderungsphase, Erfolgsanalyse, Beratungsbewertung) haben Sie im Hinterkopf aber nicht als Schema sondern als Gefäss, das Sie entsprechend der Klientenindividualität anpassen. Dazu zählt ganz wesentlich Ihr Vorgehen

Aufnahmebedingungen

Die zur Aufnahme des Studiums «Schicksalsanalytische Beratung» als Voraussetzung akzeptierten Ausbildungen bzw. Berufe und Studien; jede einzelne der aufgeführten Ausbildungen und jeder genannte Studienabschluss ist für sich eine genügende Voraussetzung:

 

  • Abgeschlossene Beraterausbildung bei einer von der Schweiz. Gesellschaft für Beratung akkreditierten Institution
  • Abschluss in Heilpädagogik plus 5 Jahre Praxis
  • Bachelor in Psychologie plus Praktikum
  • Bachelor in sozial orientierter Ausbildung von Fachhochschulen oder Höheren Fachschulen
  • Berufsabschluss plus 5 Jahre Praxis in sozialen (Gesundheit, Pflege, Fürsorge) Berufen
  • Berufsabschluss plus 5 Jahre Praxis im Spitalwesen
  • Tätigkeit in Gesundheits- und Sozialbegleitung mit 5 Jahren Praxis (Spitex, Sozialarbeit)
  • Tätigkeit im Fürsorgebereich mit 5 Jahren Praxis
  • Berufsabschluss in Lehr- und Instruktionsberufen plus 5 Jahre Praxis
  • Ausbildung und Tätigkeit als Pfarrer
  • Mitarbeit im seelsorgerischen Bereich mit 5 Jahren Praxis

Weitere Informationen

 

1. Semester: Schicksalsanalyse, Erbe und Ich-Funktionen

1. Grundbegriffe der Tiefenpsychologie
und im Besonderen der Schicksalsanalyse
1.11 Das Wesen psychologisch orientierter Beratung 1 Samstag
1.12 Die Entwicklung tiefenpsychologischer Konzepte:
Sigmund Freud, C.G. Jung, Leopold Szondi 2 Samstage
1.13 Die neueren Methoden: Verhaltenstherapie, Systemische Therapie 2 Samstage


1.2 Wesentliche Elemente der Schicksalsanalyse und deren Triebbedürfnissystem
1.21 Das familiäre Unbewusste 1 Samstag
1.22 Das Schicksal, das Erbe und die Familie 1 Samstag
1.23 Trieb- und Triebbedürfnis: was uns ständig bewegt 1 Samstag
1.24 Der Genotropismus: von der Verwurzelung unserer Persönlichkeit 1 Samstag


1.3 Der Umgang mit dem Familienerbe
1.31 Das Genosoziogramm: was spielt im Stammbaum alles mit? 1 Samstag
1.32 Der eigene Stammbaum 1 Samstag
1.33 Das Böse: der Kains-Komplex in der Schicksalsanalyse 1 Samstag
1.34 Die Moses-Lösung: Recht und Ordnung, Moral und Sitte 1 Samstag
1.35 Der ethische Imperativ 1 Samstag


1.4 Die zentrale Stellung des ICH
1.41 Das Ich in der Schicksalsanalyse 1 Samstag
1.42 Was passiert im Ich? Einige Fälle 1 Samstag
1.43 Das eigene Ich oder wie bin ICH geworden? 1 Samstag
1.44 Das Ich im Charakter 1 Samstag

2. Semester: Störungen und Einstieg in die Beratung

Veränderungen der Persönlichkeit
2.1 Psychopathologie 4 Samstage
2.2 Persönlichkeitsstörungen (Neurosen) 2 Samstage
2.3 Verhaltenselemente des neurotischen Charakters 2 Samstage
2.4 Symptomatik und Erkrankung
bei Persönlichkeitsstörungen 2 Samstage

3. Semester: Praxis der Beratung

Inhalt, Umfang und Führung der Beratung
3.1 Einstieg in die Beratung: Anhören, Auftrag umreissen 2 Samstage
3.2 Beraterische Methodik: Erstgespräch und
Problemanalyse, Beratungsziel umreissen 2 Samstage
3.3 Die Optionen des Beratungsziels: Mind map der Beratung 2 Samstage
3.4 Probleme in der Beratungsarbeit:
Konflikt, Abwehr und Widerstand; Übertragung und
Gegenübertragung als spirituell-emotionaler Kontakt 4 Samstage
3.5 Häufige Probleme: burnout, ADHS, Angst

4. Semester: Supervision, Fallvignetten, Diplomarbeit, Prüfungsvorbereitungen

4.1 Nachbetreuung, Selbstbetreuung 2 Samstage
4.2 Supervision 4 Samstage
4.3 Fallvignetten 4 Samstage
4.4 Diplomarbeit, Prüfungen 2 Samstage

 

Abschlussprüfungen (schriftliche Arbeit an einem Fall, mündliche Diskussion der Diplomarbeit)

Fr. 3‘200.- (zahlbar pro Semester im Voraus Fr. 800.–, exkl. Lehrmaterial, Szondi-Test und Prüfungsgebühren)

Schlussprüfungsgebühren Fr. 300.–

Der Weiterbildungslehrgang beruht auf dem Studium mittels Fernkurs und beginnt mit Ihrer Anmeldung individuell für Sie. Dauer: ca. 2 Jahre, je nach Lerngeschwindigkeit (4 Semester)


Zielgruppe: Psychologen, Fachleute im Personal-, Schul-, Sozial- und Gesundheitswesen, in seelsorgerischen Berufen und in führenden Funktionen in Unternehmen, bei Behörden und Organisationen.

a) Internes Diplom: «Schicksalsanalytische Beraterin/Berater» (Voraussetzungen: mündliche und schriftliche Abschlussprüfung nach Ende der Weiterbildung, Einreichen einer Diplomarbeit)

b) Variante Weiterbildungszertifikat: «Life Coach» (mit Abschlussprüfung, ohne Diplomarbeit)

Sekretariat Szondi-Institut:

Krähbühlstrasse 30, 8044 Zürich

Email: info@szondi.ch,

Tel.: 044 252 46 55

 

Studienleiter:

Alois Altenweger

studienleitung@zapp.ch

Tel.: 079 699 26 03