Welche Form der Täuschung ist am weitesten verbreitet?

Welche Form der Täuschung ist am weitesten verbreitet?

«Ganz sicher die Selbst­täu­schung. Wir brau­chen ein gewis­ses Mass an Illu­sio­nen über uns selbst, wir brau­chen den Glau­ben, wir sei­en erfolg­rei­cher, talen­tier­ter oder attrak­ti­ver, als wir eigent­lich sind. Die Ver­zer­run­gen denen wir hier­bei unter­lie­gen – etwa wie gut wir aus­se­hen oder wie intel­li­gent und ein­fühl­sam wir sind -, wer­den uns oft nicht bewusst. Den­noch erfül­len sie eine wich­ti­ge Funk­ti­on: Sie stär­ken bei­spiels­wei­se das Selbst­wert­ge­fühl oder las­sen uns Din­ge in Angriff neh­men, von denen wir glau­ben, dass wir sie in der Hand haben. Die beruf­li­che Kar­rie­re, unse­re Part­ner­schaft – das hal­ten wir meis­tens für unser urei­ge­ne Leis­tung und über­se­hen dabei die vie­len Zufäl­le und Bei­trä­ge ande­rer. Die­se Über­zeu­gung – von Psy­cho­lo­gen auch Selbst­wirk­sam­keit genannt – ist über­aus nütz­li­che Illu­si­on.»

Täu­schen ist ein Teil unse­rer Natur“, Inter­view mit Prof. Dan Arie­ly („Gehirn und Geist“, Nr. 5/2013) Der Text kann für per­sön­li­chen Gebrauch als Kopie im Szon­di-Insti­tut bezo­gen wer­den (info@szondi.ch).