Biografisches zu Leopold Szondi

 

Leo­pold Szon­di­wur­de als Leo­pold Son­nen­schein am 11. März 1893 in der unga­ri­schen Stadt Nyt­ro (Slo­wa­kei) gebo­ren. Er war der zweit­jüngs­te von neun Kin­dern aus der zwei­ten Ehe des Vaters Abra­ham Son­nen­schein mit Rézi Kohn. 1898 zog die Fami­lie nach Buda­pest. Der Vater war zwar Schuster,widmete sich jedoch ganz dem Stu­di­um der Tho­ra, tal­mu­di­scher und chas­si­di­scher Schrif­ten. Mit acht­zehn liess Leo­pold sei­nen Namen in Szon­di umbe­nen­nen. Nach Wehr­dienst (1.Weltkrieg) und Abschluss des Medi­zin­stu­di­ums war Szon­di von 1919 bis 1926 wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter von Pro­fes­sor Pal Ransch­burg, Expe­ri­men­tal­psy­cho­lo­ge, Arzt und Heil­päd­ago­ge. Von 1927 bis 1941 wirk­te Szon­di als Pro­fes­sor und Lei­ter des für ihn geschaf­fe­nen König­lich-Unga­ri­schen Staat­li­chen Heil­päd­ago­gi­schen For­schungs­la­bo­ra­to­ri­ums für Psy­cho­pa­tho­lo­gie und Psy­cho­the­ra­pie­an der Hoch­schu­le für Heil­päd­ago­gik in Buda­pest. Auf­grund aus­ge­dehn­ter Fami­li­en­for­schun­gen und erb­sta­tis­ti­scher Unter­su­chun­gen erar­bei­te­te er eine neue Theo­rie der Krank­heits- und Part­ner­wah­lund eine eige­ne Trieb­be­dürf­nis­psy­cho­lo­gie. 1926 erfolg­te die Hei­rat mit Lili (Ilo­na) Rad­vanyi (1902–1986). 1928 wur­de die Toch­ter Vera gebo­ren, 1929 der Sohn Peter.

 

1941 ver­lor Szon­di auf­grund anti­jü­di­scher Berufs­ver­bo­te sei­ne staat­li­chen Stel­len und alle Titel in Leh­re und For­schung. Am 29. Juni 1944 wur­de die Fami­lie Szon­di zusam­men mit ande­ren «Aus­tau­sch­ju­den» Buda­pest ins sog. «Ungarn­la­ger» des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers Ber­gen-Bel­sen­ver­schleppt. Am 6. Dezem­ber 1944 durf­te die Fami­lie Szon­di auf­grund eines Tausch­han­dels­zu­sam­men mit über 1300 Per­so­nen in die Schweiz aus­rei­sen. Nach einem Auf­ent­halt im Flücht­lings­la­ger in Caux wur­de bis zu sei­nem Tode Zürich der Wohn­sitz der Fami­lie Szon­di. Dank­ei­nes gross­zü­gi­gen Legats konn­te Szon­di die Stif­tung Szon­di-Insti­tut grün­den und das «Lehr-und For­schungs­in­sti­tut für All­ge­mei­ne Tie­fen­psy­cho­lo­gie und spe­zi­ell für Schick­sals­psy­cho­lo­gie» an der Kräh­bühl­stras­se 30 in Zürich-Flun­tern ein­rich­ten. Für sei­ne wis­sen­schaft­li­chen Ver­diens­te emp­fing Szon­di die Wür­de von Ehren­dok­to­ra­ten, 1970 von der Uni­ver­si­tät Löwen in Bel­gi­en, 1979 von der Uni­ver­si­tät Paris VII. Am 24. Janu­ar 1986 ver­schied Szon­di in sei­nem 93. Lebens­jahr. Kurz danach starb am 18. August glei­chen Jah­res sei­ne Gat­tin, 84-jäh­rig.