Seinsmacht – Transzendenz und Partizipation

Seinsmacht – Transzendenz und Partizipation

1. Die Urform des Ichs ist die Stre­bung nach Par­ti­zi­pa­ti­on.
2. die Par­ti­zi­pa­ti­ons­ten­denz ent­spricht der pri­mä­ren Form der


3. Es gibt also eine urför­mi­ge Ich-Stre­bung, die den Men­schen dazu treibt, mit dem ande­ren Men­schen, mit den Objek­ten der Welt und mit dem All eins und gleich, ver­wandt und ver­ei­nigt zu sein.


4. Die­se urför­mi­ge Ich-Stre­bung – also der Par­ti­zi­pa­ti­ons­drang des Ichs – übt die Funk­ti­on aller Inte­gra­ti­on zwi­schen Selbst und Welt, Sub­jekt und Objekt aus. Das par­ti­zi­pie­ren­de Ich inte­griert auch alle inner­see­li­schen


5. Das par­ti­zi­pie­ren­de Ich kann aber die Inte­gra­ti­on zwi­schen Sub­jekt und Objekt, zwi­schen Selbst und Welt nur dann aus­üben, wenn es die Fähig­keit hat, von einem “Bereich” in den ande­ren zu über­stei­gen, also zu tran­szen­die­ren. Dar­um müs­sen wir anneh­men, dass an dem “par­ti­zi­pie­ren­den Ich” sowohl die Tran­szen­denz wie auch die Inte­gra­ti­on hängt. Die­sen Satz kön­nen wir auch so for­mu­lie­ren:
Par­ti­zi­pa­ti­on ist das End­ergeb­nis von Tran­szen­denz und Inte­gra­ti­on.
Um die Funk­ti­on der Par­ti­zi­pa­ti­on aus­üben zu kön­nen, muss das “par­ti­zi­pie­ren­de Ich” tran­szen­die­ren und inte­grie­ren kön­nen.


6. Das “Anteil­ha­ben am ande­ren”, also der Par­ti­zi­pa­ti­ons­vor­gang, ist ein Ich-Pro­zess. Er besteht in der Pro­jek­ti­on der Macht, d.h. in der Macht­über­tra­gung. Das par­ti­zi­pie­ren­de Ich über­trägt sei­ne eige­ne mit­ge­brach­te Macht auf das Objekt, mit dem es eins, gleich und ver­wandt wird.
Das Anteil­ha­ben am ande­ren bezieht sich nun bei allen Par­ti­zi­pa­tio­nen auf das Anteil­ha­ben an der sum­mier­ten “gemein­sa­men” Macht bei­der. Durch die­ses Anteil­ha­ben an der gemein­sa­men Macht ent­steht die Gebor­gen­heit und Sicher­heit für das Ich, das die Par­ti­zi­pa­ti­on durch­führt.


7. Die­se Mcht, die das par­ti­zi­pie­ren­de Ich beim Tran­szen­die­ren auf den ande­ren über­trägt, ist u.E.: die Kraft zum Sein. Wir nen­nen sie Seins­macht.
Das par­ti­zi­pie­ren­de Ich ist aber nicht der Erzeu­ger, son­dern nur der Über­trä­ger und der Ver­tei­ler der Seins­macht.
Die Kraft zum Sein ist in den Erb­an­la­gen, in den Genen, d.h. in den Trä­gern der Seins­mög­lich­kei­ten nie­der­ge­legt. Somit besteht Macht dar­in, dass sich eine ererb­te Seins­mög­lich­keit in Tran­szen­denz mani­fes­tiert.


Das par­ti­zi­pie­ren­de Ich aber ist die die­je­ni­ge Instanz, die die­se ererb­te Macht zum Sein an ande­re Wesen zu über­tra­gen ver­mag. Die Über­tra­gung der Seins­macht geschieht durch die Tran­szen­denz.
Die Inte­gra­ti­on besteht dann in der Sum­ma­ti­on oder Aggre­ga­ti­on der Seins­mäch­te von zwei Ich-Exis­ten­zen oder von Selbst und Welt, von Sub­jekt und Objekt. Wir sagen: die eine Exis­tenz hat Anteil an der Seins­macht der ande­ren. Das ist das End­ziel der Par­ti­zi­pa­ti­on.” (Ich-Ana­ly­se, S. 35)

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